Myriam Holenstein
setzt sich mit dem Verein Tierdörfli Schweiz Bosnien für Strassenhunde ein.
Dieter Koller mit dem «Christkindli-Briefkasten» im Gommiswald.
Bis Mitte Januar stehen sie wieder an ihren bekannten Plätzen: die Christkindli-Brief-kästen in Gommiswald, Ernetschwil, Rieden und Uznach. Seit Jahren sind sie für viele Familien ein stiller Ort der Hoffnung. Hinter der besonderen Idee steht Dieter Koller, Präsident des gemeinnützigen Vereins Christkindli-Briefkasten.
Rieden Das Prinzip ist einfach – und gerade deshalb so wirkungsvoll: Kinder und Erwachsene können ihre Wünsche, Sorgen und Nöte aufschreiben und in den Briefkasten einwerfen oder per E-Mail einsenden. «Alle Briefe werden beantwortet», betont Dieter Koller. «Und wenn immer möglich, versuchen wir, die Wünsche zu erfüllen.» Die meisten Briefe stammen von Kindern und drehen sich um Spiele, Spielzeug, Kuscheltiere, Bastelmaterial oder elektronische Spielsachen. Doch nicht immer sind es Weihnachtswünsche im klassischen Sinn. «Manchmal bitten Familien auch um ganz alltägliche Dinge wie ein Haushaltsgerät oder Unterstützung für den Einkauf», erzählt Koller.
Besonderen Wert legt der Verein darauf, dass die Hilfe direkt und fair ankommt. «Wir bringen alle Pakete und Briefe persönlich vorbei», sagt Koller. So entstehen oft Begegnungen, die weit über das Überreichen eines Geschenks hinausgehen. Ein älterer Herr wünschte sich einmal nichts Materielles, sondern eine Frau, mit der er wandern könne. «Ich habe ihn kurzerhand zu einem Kaffee eingeladen», erinnert sich Koller. Eine andere Familie bat um Lebensmittel für die Weihnachtszeit – sie erhielt Einkaufsgutscheine. Solche Momente zeigen, wie vielfältig die Not sein kann und wie wichtig menschliche Nähe ist.
Neu ist der Christkindli-Briefkasten nicht mehr nur zur Weihnachtszeit aktiv. Wünsche und Hilferufe aus der ganzen Schweiz können das ganze Jahr über per E-Mail gesendet werden. «Wir möchten immer für bedürftige Menschen da sein – nicht nur im Advent», so Koller. Der Christkindli-Briefkasten wird von zahlreichen Freiwilligen, Spenderinnen und Spendern sowie lokalen Partnern unterstützt. Spenden in jeder Form – auch Einkaufsgutscheine – sind jederzeit willkommen und notwendig, um die Arbeit fortzuführen. «Unser Wunsch für die Zukunft ist, dass es den Christkindli-Briefkasten noch viele Jahre gibt», sagt Dieter Koller. «Und dass wir weiterhin bedürftigen Kindern und Familien Freude und Hilfe schenken können.» Denn manchmal braucht es nicht mehr als einen Briefkasten – und Menschen, die gerne Gutes tun. Interessierte können sich unter www.christkindli-briefkasten.ch informieren.
⋌shs
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