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übernimmt neu das Präsidentenamt des Sportvereins Wildhaus - Alt St.Johann.
Die Olympischen Winterspiele sind in vollem Gange. Noch bis zum 22. Februar dürfen sportbegeisterte Fans mit den Athletinnen und Athleten mitfiebern. So auch Ivo Rüegg. Für den gebürtigen Eschenbacher hat das Ereignis einen besonderen Stellenwert, denn er war selbst zweimal als Bobfahrer dabei.
Region Ivo Rüegg trat 2006 in Turin und 2010 in Vancouver bei den Olympischen Winterspielen an. Mit Rang 4 im Zweierbob verpasste er das Podest in Vancouver damals nur knapp. Auch heute, nach seiner aktiven Zeit im Bobsport, verfolgt er das Geschehen mit grosser Aufmerksamkeit. Rüegg ist zwar seit fast zwei Jahren nicht mehr im Bobverband tätig, ganz losgelassen hat ihn der Sport aber nicht. Als Mitglied der Selektionsbehörde bekommt er weiterhin vieles mit, insbesondere in der intensiven Auswahlphase. «Das ist immer eine heisse Zeit», sagt er. Die Frage, wer mit zu Olympia darf und wer nicht, sei emotional. «Es tut mir leid für jene Athleten, die es nicht geschafft haben. Aber schlussendlich muss man die auswählen, die das Potenzial für ein Diplom oder sogar eine Medaille haben.»
Beim Blick auf Olympia werden bei Rüegg viele Erinnerungen wach. Besonders die Tatsache, die Schweiz vertreten zu haben, erfüllt ihn bis heute mit Stolz. «Gerade in einer Randsportart wie dem Bobfahren sind die Olympischen Spiele das Grösste überhaupt», erklärt er. Das aktive Mitmachen vermisse er heute aber nicht mehr. «Ich geniesse die Zuschauerperspektive sehr», sagt er. «So, wie es jetzt ist, passt es für mich.» Kurz nach dem Karriereende sei das noch anders gewesen, da wollte er noch eher dabei sein. Die Atmosphäre an Olympischen Spielen beschreibt Rüegg als einzigartig. Auf der Bahn herrsche Nervenkitzel pur. «Man ist nervös, steht unter Druck – aber am Ende ist man fokussiert und macht einfach seinen Job, das, was man immer macht.» Was einem Athleten an der Startlinie durch den Kopf geht, sei sehr unterschiedlich. «Manche verkrampfen, andere gehen richtig auf», erklärt Rüegg. Wichtig sei, dass jeder seinen eigenen Umgang damit finde. «Am Schluss machen aber alle das Gleiche: Sie versuchen, ihre Leistung abzurufen.»
Abseits der Wettkämpfe sei es vor allem der Austausch mit anderen Athleten, der Olympia so aussergewöhnlich mache: internationale Sportstars kennenlernen oder wiedersehen, die man sonst nur ausdem Fernsehen kennt. «Es ist ein spezielles Gefühl, wenn im Hotelzimmer nebenan ein weltbekannter Sportler schläft», erinnert sich Rüegg. Einen einzelnen, herausragenden Moment aus seinen beiden Olympia-Teilnahmen nennt Rüegg bewusst nicht. Für ihn sei es vielmehr das Gesamtgefühl gewesen: Man geht gemeinsam essen und besucht andere Wettkämpfe amgleichen Austragungsort. Den Schweizer Bobfahrern, die dieses Jahr in Italien am Start stehen, gibt Rüegg einen klaren Rat: «Geniesst es!» Die Schweiz an den Olympischen Spielen zu vertreten, sei etwas ganz Besonderes. «Natürlich darf aber auch der sportliche Ehrgeiz nicht fehlen», fügt er hinzu. Es heisst also: Gas geben. Rüegg traut den Schweizer Teams einiges zu. Wenn sie ihre Leistung bringen, liege eine Medaille durchaus drin. «Ich werde das Bobfahren natürlich im Fernsehen verfolgen und drücke den Schweizer Teams die Daumen.»
⋌shs
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