Miss Helvetia
tritt am 16. Oktober mit ihrem neuen Album im Dömli in Ebnat-Kappel auf.
Der Stadtgarten Uznach hat sich zu einer frei zugänglichen Kunstgalerie entwickelt. Mehrere Kunstschaffende präsentieren unter dem Titel «Kunst geht vor Ort» ihre Werke zwischen dem Altersheim und der Stadtmauer.
Uznach Das Projekt ist 2023 aus einer Interessensgemeinschaft rund um die Ehepaare Wick und Glaus entstanden. Gemeinsam schlugen sie dem Gemeinderat vor, den Bereich zwischen dem Altersheim und der Stadtmauer ökologisch aufzuwerten und gleichzeitig mit Kunst zu beleben. Während die Familie Wick den Bereich Biodiversität betreut, verantwortet Bruno Glaus die künstlerische Gestaltung. Die Idee dahinter ist einfach: «Immer weniger Menschen gehen ins Museum», sagt Glaus. «Deshalb bringen wir die Kunst zu den Menschen.» Zusätzlich ist es für viele lokale Künstlerinnen und Künstler eine der wenigen Möglichkeiten, ihre Werke auszustellen. Gleichzeitig sei die Zukunft solcher Projekte nicht selbstverständlich. «Die Finanzierung lokaler Kunstschaffenden ist noch nicht langfristig gesichert», sagt Glaus. Umso wichtiger sei es, aufzuzeigen, welchen Mehrwert Kunst im öffentlichen Raum für die Bevölkerung schaffen könne. Im Gegensatz zu klassischen Museums-Ausstellungen begegnen viele Besucherinnen und Besucher den Werken eher zufällig. Gerade dieser Überraschungseffekt mache den besonderen Reiz aus, sagt Glaus. «Und da wir kein vorgeschriebenes Thema haben, ist bestimmt für alle etwas Passendes dabei», fügt er hinzu. An eine Vorgabe müssen sich die Kunstschaffenden aber trotzdem halten: Ihre
Ausstellung soll auf ortsspezifische Kunst ausgerichtet sein. Sie müssen Architektur, Beschaffenheit oder andere Eigenschaften der Region aufnehmen. Aktuell sind im Stadtgarten sechs von einer Jury ausgewählte Kunstwerke zu sehen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit ihrer Umgebung auseinandersetzen. Zu entdecken sind unter
anderem Arbeiten aus Porzellan und Beton, ein künstlicher Rasen an der Stadtmauer sowie schwebende Steine.
Weiter gehört auch die permanente Installation des Uznacher Altmetall-Meisters Thomas Meile zu der Ausstellung. Hinter dem Altersheim hat er einen ganz besonderen Zoo geschaffen: Mehr als zehn Tiere aus alten Werkzeugen, Eisen- und Metallteilen bevölkern das Gelände. Bereits seit über 30 Jahren stellt Meile auf diese Weise Skulpturen her. Damals war er Kaminfeger. «Das war nicht wirklich eine kreative Arbeit und so suchte ich einen Ausgleich», erzählt Meile. Das Arbeiten mit Altmetall wurde für ihn schnell zur Leidenschaft. Dabei hat er selten eine strikte Vorgehensweise. Meistens entdeckt er ein altes Werkzeug oder ein Metallstück und erkennt darin plötzlich den Kopf eines Vogels, die Form einer Katze oder die Silhouette eines anderen Tieres. Anschliessend sucht er
weitere passende Teile und setzt diese Schritt für Schritt zusammen. «Manchmal fange ich auch einfach an und schaue, was daraus entsteht», so Meile. Auftragsarbeiten lehnt er bewusst ab. Er möchte ohne Druck arbeiten und sich nicht an die Vorstellungen anderer anpassen müssen. Das Material für seine Werke stammt grösstenteils von
Dingen, die andere sonst entsorgen würden. Viele Bekannte bringen ihm alte Werkzeuge oder Metallteile vorbei. Andere Fundstücke entdeckt er auf Plattformen wie Ricardo oder Tutti. Für Meile ist wichtig, dass die ausgedienten Gegenstände eine neue Aufgabe erhalten. Statt im Schrottcontainer zu landen, werden sie Teil eines Kunstwerks.
Die Rückmeldungen auf seinen ungewöhnlichen Zoo fallen überwiegend positiv aus. Gleichzeitig weiss der Künstler, dass Kunst Geschmacksache ist. «Wenn es von zehn Personen einer gefällt, habe ich schon viel erreicht», sagt er. Wer Meiles Tierwelt oder die anderen Werke bestaunen möchte, kann das noch bis mindestens im März 2027 tun. Im nächsten Jahr wird auch Meiles Ausstellung von einer Jury bewertet werden. Anders als bei seiner bisherigen Dauerausstellung soll das Werk dann stärker auf den Ort Bezug nehmen. Meile plant deshalb, Tiere aus Metall zu gestalten, die früher auf den Bauernhöfen der Region anzutreffen waren. ⋌shs
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