Diana Brändle
ist seit 17 Jahren im Fussball aktiv und spielt für den FF Toggenburg.
Der Kaltbrunner Azem Abdi hat mit seinem Team den WTT Young Leader Award 2026 in der Kategorie «Managementkonzeption» gewonnen. Die Preisverleihung fand am Mittwoch, 28. Oktober, in der Tonhalle St. Gallen statt. Ausgezeichnet wurde ein KI Check, der Schweizer KMU dabei helfen soll, ihren Umgang mit künstlicher Intelligenz zu beurteilen und konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Azem Abdi, wie war für Sie der Abend der Preisverleihung?
Es war ein sehr tolles Erlebnis. Die Atmosphäre in der Tonhalle in St. Gallen war einzigartig und es kamen über 600 Leute. Wir Studierenden waren schon seit dem Mittag vor Ort, um den Ablauf durchzuspielen. Unser Auftraggeber, die Online Consulting AG, war ebenfalls dabei und sass am Abend direkt neben uns. Je näher der Zeitpunkt der Verkündung kam, desto nervöser wurde ich.
Und was war Ihre Reaktion, als Sie von Ihrem Sieg erfahren haben?
Ich war überglücklich. Aus über 60 Teams unter die Top 3 zu kommen, hat uns schon sehr überrascht. Denn ich habe auch sehr gute Arbeiten von anderen Gruppen gelesen, die nicht nominiert wurden. Als wir erfuhren, dass wir unter den drei Besten sind, hat uns der Ehrgeiz gepackt. Ab diesem Zeitpunkt war der Sieg unser Ziel. Als wir dann tatsächlich gewonnen haben, war die Freude natürlich riesig und wir waren unglaublich stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben.
Dann hatten Sie nach der Verkündung sicherlich zu feiern.
Definitiv. Wir haben beim Apéro zusammen angestossen, geredet und gelacht. Unsere Familien waren auch dabei. Und die Online Consulting AG hat uns noch zu einem gemeinsamen Essen eingeladen. Darauf freue ich mich.
Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung persönlich?
Sie erfüllt mich mit Stolz. Sie ist ein Beweis dafür, dass Anerkennung für unser Projekt da ist. Am meisten freut es mich natürlich, dass unser KI-Check ab Mitte November online geht. Künstliche Intelligenz (KI) ist aktuell überall im Trend, alle Unternehmen wollen sie nutzen. Dass wir KMU’s dabei helfen können, finde ich super.
Wie genau sieht diese Hilfe aus?
Wir haben einen Fragebogen erstellt, den alle KMU’s in der Schweiz ausfüllen können. Wichtig war uns dabei auch, dass wirklich jeder versteht, was darin steht. Nach der Auswertung können die Unternehmen sehen, wo sie im Umgang mit KI stehen. Zusätzlich erhalten Sie Handlungsempfehlungen, wie sie nun vorgehen sollten.
Können Sie ein Beispiel für eine solche Empfehlung nennen?
Wenn ein Unternehmen in der Kategorie «Daten» weniger als 30 Prozent erreicht, also ihre Daten nur schwer zugänglich sind, lautet die Handlungsempfehlung: Datenablage verbessern, damit die KI die Daten besser nutzen kann. Denn die KI kann mit den Daten nur etwas anfangen, wenn diese gut zugänglich sind. Als kurzfristige Aufgabe schlägt der Check vor, die bisherigen Abläufe zu protokollieren. Das längerfristige Ziel wäre dann, die Prozesse zu optimieren.
Und was war Ihrer Meinung nach ausschlaggebend dafür, dass sich Ihr Projekt am WTT Young Leader Award gegen die anderen Finalisten durchsetzen konnte?
Ich schwankte zwischen unserem und einem anderen Team. Ich glaube, schlussendlich überzeugte unser aktuelles Thema, das einen Mehrwert für alle hat. Und die Jury erklärte ihre Entscheidung damit, dass wir eine super Arbeit
geschrieben hätten und auch die Dokumentation klar und verständlich sei.
Zum Award gehört auch ein Preisgeld von 6000 Franken. Wissen Sie schon, was Sie damit machen?
Noch nicht wirklich, nein. Wir teilen es natürlich unter uns fünf Mitgliedern auf. Manche wollen noch in die Ferien, vielleicht brauchen sie es dafür. Ich weiss es aber noch nicht.
Im November wird der Check öffentlich lanciert.
Genau, die Online Consulting AG veröffentlicht ihn auf ihrer Website. KMU’s können sich dann anmelden und diesen ausfüllen. Wir haben ihnen auch noch den Tipp gegeben, den Check von der Geschäftsleitung, der Abteilungsleitung und weiteren Mitarbeitenden ausfüllen zu lassen. So kann das Unternehmen einschätzen, ob alle Positionen die Situation gleich einschätzen oder nicht. Das haben sie angenommen und so umgesetzt.
Werden Sie sich künftig noch mit dem Projekt beschäftigen, oder ist das abgeschlossen?
Einer aus unserem Team arbeitet seit September bei der Online Consulting AG und wird dementsprechend sicherlich noch weiterhin einen Bezug zum Projekt haben. Ich persönlich werde aber nichts mehr damit zu tun haben, das liegt nun in der Hand der Online Consulting AG.
Und wie sieht Ihre berufliche Zukunft aus?
Ich möchte auf alle Fälle weiterhin an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Technologie arbeiten. Das Projekt hat bestätigt, dass man mit IT Problemlösungen unterstützen kann. Es hat mich zusätzlich darin bestärkt, meinen eigenen Weg zu gehen und das zu tun, was mir Freude bereitet.
Shannon Senn
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